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Neugier

In einer Blase von Informationen, die maßgeschneidert und vorhersehbar sind, lebt es sich äußerst gemütlich. Die Gedanken hier sind bequem und einleuchtend. Das formt eine klare Position und grenzt ab vom Andersdenken. Doch in einer Blase wird der „geistige Sauerstoff“ schnell knapp und es endet aufgrund der schwachen Versorgung meist im Irrationalen.

Was wir heute von der Zukunft wissen, ist die Prognose, der wir vertrauen. Daraus lassen sich wünschenswerte Ziele ableiten. Diese geben uns eine Richtung vor und den nötigen Ansporn, etwas anzupacken. Das dürfte jedoch schwerfallen, wenn Vakuum in der Blase ist. Jetzt wäre es an der Zeit, die Blase zu verlassen. Aber wie?

Sich selbst weniger ernst zu nehmen ohne Verlust der Selbstachtung ist hilfreich. Eine weitere Möglichkeit eröffnet sich in der stärkeren Wahrnehmung unserer sozialen Umwelt einschließlich der intensiven Auseinandersetzung damit. Ebenso bedeutsam wäre es, Neues zu akzeptieren.

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Vorsicht, Wissen!

Wissen mehrt sich, vergrößert seine Bestände in rasanter Geschwindigkeit und erneuert sich. Es widerlegt und erhebt sich, nützt und macht zugleich hilflos. Es drängt sich auf und belastet, wird zum Leben benötigt oder gar zum Überleben, wenn es darauf ankäme. Doch es fehlt noch zu viel. Die Lücken werden größer, je mehr Wissen angehäuft wird im Wettbewerb um die beste Wissensbasis. Wohin führt uns dieses Bestreben?

Wir haben verstanden, dass Wissen stetig und aus Vielfalt entsteht. Die Organisation der Wissensbestände hat sich in den Weiten und Tiefen des Internets verselbstständigt. Dennoch scheint es notwendig, so viel wie möglich davon zu besitzen. Neue aktuelle Inhalte nehmen neben alten Platz ein. Die Lernenden sind die Leidtragenden einer großen Fülle von gut durchdachten und stets zielgerichteten Arbeitsaufträgen in Lehrbüchern und Lernplattformen des Internets. Und selbst wenn es keine Lehrer*innen als direkte Wissensvermittler mehr bräuchte, so würden doch feststehende Lernaufträge in endlosen Papier- und Datenwüsten diese in gleicher Art und Weise ersetzen, bewiesen durch das eindimensionale Distanzlernen während der pandemiebedingten Schulschließungen. Lernen nach Plan ist das Prinzip – und Vorsicht, denn wer den bereits geebneten Pfad verlässt, könnte sich außerhalb des Lernplans bewegen und etwas Lernen, dass er besser nicht wissen sollte.

Willkommen in der Lebenswirklichkeit eines Schulkindes!

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Reset

Wenn ein System in der Computersprache als eingefroren bezeichnet wird, dann hilft ein hartes Herunterfahren. Dies ist eigentlich ein sofortiges Abschalten aller Funktionen und Prozesse ähnlich dem Trennen von der Stromversorgung. Dazu muss der Computer zunächst in den Shutdown durch langes Drücken der Starttaste gebracht werden. Anschließend wird der Computer wie gewohnt hochgefahren mit eben derselben Taste. Wenn das Systeme komplett am Laufen ist, können alle Prozesse gestartet werden, die für die Arbeit mit dem Computer benötigt werden. Wichtige und auch weniger wichtige Applikationen lassen sich nun wieder bedienen. Zumindest so lange, bis das Virus wieder zuschlägt und das System erneut einfriert. Damit das nicht geschieht, muss ein Virenscan und weitere Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Das setzt voraus, dass ein derartiges Virenschutzprogramm vorhanden ist und bereits installiert wurde. Bis der Scan des gesamten Computers erfolgt ist, kann einiges an Zeit vergehen. Wenn das Virus gefunden wurde, landet dieses im Quarantäneordner, bis zu dem Zeitpunkt, da ein sicheres Entfernen möglich ist und keine weiteren versteckten Dateien erneut das Virus auslösen können. Ist alles ohne Erfolg geblieben, dann hilft nur noch ein Neuaufsetzen des Betriebssystems. Die Festplatte und das darauf befindliche alte System werden gelöscht, indem diese formatiert wird. Anschließend wird das Betriebssystem neu installiert. Alles beginnt von vorn.

Werden Computersysteme unsere Welt retten oder zerstören? Der Versuch, Lebenswirklichkeit durch digitale Technologien zu ersetzen, scheitert angesichts der Tatsache empfindsamer Individuen und der Einzigartigkeit jedes Lebewesens.

Ohne Titel 2018

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Etwas Warmes für Ihre Füße

Wissen Sie, welch ungeheure Tatsachen das Internet zu bieten hat. Es besorgt mich, zu lesen, was einige „geistvolle Schriftsteller“ zu senden versuchen und bedauerlicherweise mit Erfolg, wenn man die Kommentare darunter liest. Ich empfehle im Zweifel, und der ist immer angebracht, zu prüfen. Doch wie kann man etwas prüfen, wenn es schlicht erfunden ist?

Nehmen wir als praktisches Beispiel die These, dass es etwas nicht gibt, weil wir es nicht sehen oder anfassen können, Weihnachten zum Beispiel. Kommen wir zu den Tatsachen. Ich habe soeben im Internet gelesen, dass es nicht wahr ist, dass Weihnachten wirklich existiert. Warum eigentlich sind die meisten Menschen anderer Meinung? Gäbe es dafür eine logische Erklärung, dann würde sich das vermutlich wie eine Verschwörungstheorie lesen.

Wie kann ich diese vermeintliche Tatsache nach ihrem Wahrheitsgehalt prüfen? Ich informiere mich über den Autor und seine Quelle. Da es eine Erfindung ist, wird es keine Quelle geben und die Blase platzt hier ziemlich schnell. Wenn es keinen Autor gibt, stellen Sie sich bitte diese Fragen. Warum sollte ein Blog ohne Autor seriös und wahr sein? Wer oder was verbirgt sich hinter einem Blog, der „unbemannt“ im Internet treibt?

Denkbar wäre ein Bot, der programmiert ist, den Menschen etwas mitzuteilen. Ist das dann Betrug oder eine Form moderner Kommunikation, die eine öffentliche Gemeinschaft aushalten muss?

Wenn Sie nun Bedenken bezüglich meines Textes haben, möchte ich Ihnen mitteilen, dass dieser Text wie alle Texte auf meinem Blog von mir persönlich ist.

Zum Beweis möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen: Bitte nehmen Sie sich eine warme Decke für Ihre kalten Füße und betreten Sie Eiswüsten unbedingt mit festem Schuhwerk, oder besser noch meiden Sie diese. Andernfalls werden Sie eine Decke benötigen. Wenn Sie so wie ich den Text interpretieren können, werden Sie feststellen, dass ich kein Bot bin.

Anmerkung: Kommentare lassen sich leider auch über Bots verbreiten. Ich möchte mich aus diesem Grund bei Ihnen entschuldigen, dass ich Ihnen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen kann.

Bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihnen schöne Weihnachten und einen besinnlichen Start ins neue Jahr zu wünschen.

Herzlichst Ihr Falk Platzek

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Geschichtsstunde

Dass Menschen vergessen, liegt an der schwachen Auseinandersetzung mit dessen, was sie wieder vergessen. Ein Mantra gegen das Vergessen ist eine Methode, um zu behalten, was uns wichtig ist. Wir bauen Autobahnen in unserem Nervensystem, damit die Information schnell erreicht wird. Es bedarf der Wiederholung und nochmals der Wiederholung, dass es uns nicht wieder verloren geht. Ist das so?

Warum mussten unzählige Menschen in den Konzentrationslagern sterben? Damit niemand vergisst, zu was der Mensch imstande ist? Das Mantra der Erinnerung, führte dazu, dass heute Menschen versuchen, endlich frei zu werden von dieser Last der Schuld. Doch eben diese machen sich schuldig, wenn sie mit Gewalt gegen eine demokratische Gesellschaft vorgehen.

Wie kann man der Vergesslichkeit der Menschen begegnen. Man muss versuchen ihr Herz zu berühren. Bildung ist Herzenssache.

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Das Wunder des Lernens

Ist es nicht der „Igel unter der Schädeldecke“, der uns nicht zur Ruhe kommen lässt? (Suchen Sie doch mal unter Maxim Gorki nach diesem Inhalt)

Menschen, die von sich Höchstleitungen erwarten, haben die besondere Gabe, über Grenzen hinaus zu gehen. Doch Erfolg und Enttäuschung sind die Kontrahenten im Abnutzungskampf. Wozu das Ganze, fragt man sich angesichts des hohen Preises, den uns dieser Erwartungsdruck beschert. Warum überlassen wir das Streben nach Perfektion nicht den künstlichen Apparaturen, statt mit ihnen zu konkurrieren. Denn diesen Wettbewerb werden unser Verstand und Herz nicht schadlos überstehen.

Zensuren sind Eingriffe. Im Schulalltag greifen diese in die Persönlichkeit des Schülers ein. Sie sind nicht nur Leistungserhebung, sie reduzieren eine individuelle Leistung, die wiederum untrennbarer Teil einer Persönlichkeit ist, auf einen nummerischen Wert. Jedes Bewertungssystem ohne wesentliche Differenzierung stellt ein unzureichendes Werkzeug dar.

Unser weitverbreitetes Schulnotensystem lässt sich interessanterweise halbieren, genau genommen in die Wertungsbereiche positiv und negativ. Im Bereich positiv belohnt man den Schüler für seine Leistung. Im Umkehrschluss wird ab Note „4“ Leistung herabgewürdigt. Nimmt man zur Benotung das binäre System mit „1“ für erfüllte Leistung und „0“ für nicht erfüllte Leistung, wäre die derzeitige Misere wenigstens augenscheinlich. So besitzt die Institution Lehrkraft einen kleinen Spielraum und kann Leistung besonders hervorheben, würdigen aber auch entwerten oder entwürdigen. Was das mit unseren Kindern macht, zeigen die Alltagsproblemfelder an unseren Schulen, z. B. Mobbing, Schulangst oder einfach nur fehlende Motivation.

Das Wunder des Lernens zu erfahren, fällt schwer, wenn sich aus Angst daraus ein Horrorszenario entwickelt. Ich denke oft darüber nach, wie bunt unsere Schulen sein sollten, und damit sind nicht nur die Schulgebäude gemeint. Der Komplexität kindlicher bzw. jugendlicher Entwicklungsstadien und der daraus hervorgebrachten Ergebnisse mittels Grauschattierungen gerecht zu werden, sollten wir endlich überwinden. Vielleich gäbe es dann mehr Kinder, die keinen „Igel“ benötigten, der ihnen gedanklich auf die Sprünge hilft.

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