Über mich

Nach meinem Studium habe ich Servicefachkraft für Dialogmarketing, Medientechnologe, Medienassistent, Stützlehrer, Fachdozent, Projektassistent, Projektleiter, Werkstattpädagoge und Sozialpädagoge „probiert“. Jetzt 15 Jahre später konnte ich ein für mich unvorstellbares Ziel erreichen. Ich bin heute Lehrer an einer Förderschule in Sachsen-Anhalt.

Der Begriff Seiteneinstieg hat mittlerweile einen bitteren Beigeschmack. Lehrer, die sprichwörtlich durch die Hintertür an Schulen gekommen sind, ohne fundierte pädagogische Ausbildung, werden von Kollegen, Eltern und sogar von Schülern kritisch bis argwöhnisch betrachtet. Und da ist der Satz von Kindern, der mir spitzfindig zugeworfen wurde: „Sind sie überhaupt ein richtiger Lehrer?“, noch das geringste Übel. Schließlich stellt man sich wiederholt die Frage: Was ist denn ein „richtiger“ Lehrer?

Dass eine akademische Ausbildung die fachliche Eignung belegen kann, ist nicht hinreichend. Lehrer zu sein erfordert einiges mehr, nämlich pädagogisches Geschick und Mut. Vielleicht wollte ich genau das, etwas tun, was mich immer wieder neu fordert. Junge Menschen auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten, das war eine wunderbare Aufgabe, bevor ich daran dachte einen Neuanfang zu wagen. Jetzt, nach diesem Schritt, fällt es mir zunehmend schwerer, zu akzeptieren, dass die Enttäuschung, die unser heutiges Schulsystem hinterlässt, zum Alltag eines Lehrers dazugehört. Schule mitzugestalten, andere zu unterstützen und vor allem meine Neugier und auch die meiner Schülerinnen und Schüler zu bewahren oder, wenn nötig, wiederzuerwecken, das ist meine Antwort darauf.