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Gegen(-)Bewegung

Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen und einfacher, sich treiben zu lassen. Doch wenn die treibende Kraft bestimmt, wie sich die Welt gestaltet und auf Nuancen und Facetten verzichtet, dann ist es ein legitimes Mittel, dagegen zu sein, mit aller Macht gegenzusteuern und zu zeigen, dass man nicht einverstanden ist. Aber ist es auch die Lösung und der Schlüssel zum Erfolg?

Nein – Kritik zu äußern, ist zu wenig. Es braucht Ansätze und Perspektiven in einer Zeit der Krisenüberwindung. Positiv denken und zu hoffen ist das andere Passiv. Veränderung braucht auch Taten, die Gutes bewirken. Deshalb mach, was dir hilft, Teil dieser Veränderung zu sein und beklage nicht die Zustände, die alles so aussichtslos erscheinen lassen. Dann wirds leichter und es lässt sich spürbar leichter gemeinsam gegen den Strom schwimmen. Nur nicht aufhören zu schwimmen – dann ist auch das Erreichen des Ufers möglich.

Es hat immer einen Sinn, Ziele zu verfolgen. Ich bin nicht einfach nur gegen die Sache der anderen, sondern ich bin dafür, etwas zu verändern. Meine Argumente sind meine Aktivitäten für eine gerechte Sache.

In diesem Sinne eine besinnliche und segensreiche Weihnacht.

Kunstwerk-STADT (zÖRBIGER rATHAUS)

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Medienkompetenz

Ist es selbstverständlich, dass eine Nachricht, ein Beitrag oder eine Information auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden? Wer hinterfragt alles Gehörte, Gelesene oder Gesehene im Zeitalter wachsender Desinformation und wann sind Informationen eigentlich vertrauenswürdig?

Autorinnen und Autoren sollten stets verantwortungsvoll mit Information umgehen. Aber es scheint, dass in unserer Gegenwart genau dies obsolet geworden ist, denn mit Unwahrheiten lässt sich ja auch argumentieren. Auf der anderen Seite werden Fakten des Öfteren mit Meinungen verwechselt. Doch hier gilt es, klar zu trennen. Es ist die Aufgabe unserer Medienbildung, die Menschen für diesen Unterschied zu sensibilisieren.

„Ich glaube, dass es wahr ist“, sollte keine Option sein. Die Aussage: „Es könnte doch stimmen“, ist es auch nicht. „Ich weiß, wie die Information einzuordnen ist, werde sie prüfen und im Falle einer Falschmeldung ignorieren oder melden“, zeigt einen kompetenten Umgang mit Informationen.

Medienkompetenz ist nicht nur für Kinder und Jugendliche wichtig. Auch Erwachsene sollten den eigenen Umgang mit Medien kritischer betrachten, insbesondere dann, wenn fragwürdigen Meinungsäußerungen mehr Glaube geschenkt wird als wissenschaftlich belegten Tatsachen.1

Natürlich ist es bequemer, einfache Aussagen zu übernehmen, als diese zu hinterfragen und deren Inhalte einer Prüfung zu unterziehen. Es verlangt eben auch etwas von uns ab – Verantwortung zu übernehmen.

Unterrichtsinhalte sollten weniger mundgerecht vermittelt werden, um Lernen zu ermöglichen, dann würden Eigenverantwortlichkeit und Kritikfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler gestärkt. Und genau diese Fähigkeiten sind notwendig, um Medienkompetenz zu erlangen.

Foto von Gilles Lambert auf Unsplash

  1. Qualitative Studien – Digitales Deutschland ↩︎

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Verbote unterm Tannebaum

Sollten all unsere Schulen ein „Handy-Verbot“ verordnet bekommen?1 In einem demokratischen Land klingt das äußerst dystopisch. Darüber kann man sprechen, aber sollte man es auch umsetzen? Es scheint hier eine dominante Sichtweise vorzuliegen:

Dein Handy – eine Waffe, die Du gezielt zum Einsatz bringen kannst!2

Sollte man also konsequenterweise Smartphones verbieten, da Waffen an Schulen grundsätzlich verboten sind? So einfach könnte die Antwort ein „ja“ sein. Aber einfach ist nicht unbedingt richtig, sondern oft gefährlich, wenn Populismus im Spiel ist. Komplexe Zusammenhänge fallen komplett der Angsterzeugung durch Panikmache zum Opfer, die leider eine Realität zeigt, die nicht unbedingt für die Mehrheit junger Smartphone-Benutzer zutrifft. Es gibt gute Gründe, die ein Verbot des Smartphones aushebeln können.

Schulen tragen für den sicheren Umgang mit Smartphones (definitiv keine Waffen!) an Schulen die größte Verantwortung und sollten selbst Handlungsoptionen entwickeln und unterstützende Richtlinien vom Land erhalten.

Auch Eltern haben ein Mitspracherecht.

Smartphones sind nicht nur vielfältig einsetzbar – sie haben eine besondere Relevanz als Notfallausrüstung für Schülerinnen und Schüler.

Die Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen sollte Smartphone-Nutzung sicherer und auch die Schülerinnen und Schüler kompetenter machen, und das geht nur mit den entsprechenden Werkzeugen. Strikte Verbote verlagern Cybermobbing als Konfliktthema vielleicht aus dem schulischen Rahmen, aber nicht aus der Lebenswelt der Kinder. Nicht mehr zu erfahren, wie und wo Cybermobbing stattfindet, könnte gefährlich werden. Täter und vor allem Opfer bleiben dann häufiger im Verborgenen.

Fazit: Eine schöne Bescherung, wenn unzureichende Medienkompetenz an Schulen durch ein Gesetz kompensiert wird, das als Verbot formuliert werden soll. Hier wären Investitionen in entsprechende Bildungsangebote im Sinne einer Aufklärung sinnstiftend.

In diesem Sinne eine gesegnete Weihnachtszeit.

Foto von Andreia Morais auf Unsplash
  1. https://www.stern.de/digital/smartphones/handyverbot-an-deutschen-schulen–kommt-das-gesetz–35239338.html ↩︎
  2. https://www.machdeinhandynichtzurwaffe.de/) ↩︎
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Unsichtbar

Wie leise es ist, wenn man sich von der Stadt entfernt. Ich fuhr oft von der Stadt aufs Land, auch weil ich dem Lärm und der Hektik entfliehen wollte. Hier ist es fast idyllisch, wenn da nicht die unweit tosende Autobahn wäre. Heute nach vielen Jahren Landleben, habe ich es gespürt, draußen im Garten und in der Abenddämmerung hört man die ungezählten Autos auf dem harten Belag rauschen. Ich fühle mich davon gestört und dachte mir, dahin, wo es wirklich ruhig ist, müsste man. Hatte sich etwas verschoben in meiner Wahrnehmung? Die scheinbar so friedliche ländliche Atmosphäre trügt.

Ich bin ein ruhiger Mensch, ich brauche Harmonie und wünsche mir zufriedene Mitmenschen. Ich sehe nur keine. Vielleicht gibt es sie. Vielleicht woanders, nur nicht auf dem Land, da scheint zu wenig von Allem zu sein.

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Lernen und wachsen

Handy-verbot

Angenommen, es gäbe folgendes Dilemma:

Dir ist es untersagt, etwas Spezielles zu tun, aber du musst das Verbot umgehen, damit du selbst keinen Schaden nimmst. Klingt nach Alltag, und das ist es auch, denn wir leben in einer Welt voller Widersprüche.

Wäre das Dilemma nun aufgelöst, ohne Verbote?

Naja, fast, denn es greift hier die Regel, die besagt, dass man dem inneren Kompass folgen solle. Doch der scheint zu wenig Orientierung für diese Welt zu bieten. Deshalb streiten und diskutieren parlamentarisch gewählte Menschen für möglichst sinnvolle Regeln, die dann zu Gesetzen verhandelt werden. Dabei ist zu bedenken, dass ein starres Regelwerk über den Bedürfnissen und individuellen Wünschen der Empfängerinnen und Empfänger steht. Es begrenzt und verhindert kreative Prozesse.

Wie wäre es mit sanften Regeln?

Diese wären dann harmonisch und ließen sich bewusst aufweichen, wo nötig und sind somit flexibel. Sie würden auch abweichendes Verhalten tolerieren und könnten dieses mit Geschick und Feingefühl wieder in den vorgefassten Rahmen zurückführen.

Sollten nicht auch mal Grenzen überschritten werden dürfen, um Fehltritte zu erkennen und zu verstehen?

Ich empfehle einen sachlich offenen Diskurs über das, was uns Sorge bereitet. Die entsprechende Kompetenz entsteht aus dem zielgerichteten und verantwortungsvollen Umgang mit Realitäten. Hier eröffnen sich neue Möglichkeiten für uns, zu lernen und zu wachsen.

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Bleiben

Was gibt es schon zu sagen? Sprache ist etwas Unvollkommenes und dennoch, wir reden den ganzen Tag und sprechen Dinge aus, die uns und andere verletzen können und gewiss auch tun. Wenn ich spreche, dann habe ich manchmal das Gefühl, ich will eigentlich etwas anderes sagen. Warum also nicht das andere aussprechen?

Mit meinem letzten Beitrag, habe ich beschlossen, dass ich, solange ein Krieg in Europa wütet, nicht mehr diesen Blog mit Wörtern füttere.

Sich „wegstehlen“ oder bleiben, um da zu sein, für die, die keine Stimme haben?

Ich denke an alle, die mit Schmerzen und wenig Trost etwas auf dieser Welt vermissen – Friede. Und damit meine ich nicht nur jenen, der die Menschen vor Vernichtung und Verfolgung schützt. Es ist dieser in uns ruhende, der für Kraft und Liebe sorgt. Ich hoffe, es ist etwas davon in den meisten von uns und noch mehr wünsche ich mir, dass er diejenigen erreicht, die erfüllt sind von Hass und Wut. Wer das versteht, kann sich bitte darum kümmern, die Menschen davon zu überzeugen, dass es sich unglaublich gut anfühlt, zu verzeihen. Es ist die friedlichste Art, Konflikten zu begegnen und Hoffnung zu säen.

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